Wallfahrtskapelle Maria Mitleiden – Gormund

An der Strasse Luzern – Beromünster steht auf einem von weither sichtbaren Moränenhügel die Wallfahrtskapelle mit der Kaplanei. Vor über 500 Jahren, so erzählt die Legende, hörte ein Bauer abends oft lieblichen Gesang, und die Bauern der Umgebung sahen über dem Hügel ein helles Licht. Diese wundersamen Zeichen veranlassten die Bewohner der Gegend dazu, einen Bildstock – ein „Helgenhüsli“ – zu Ehren der Muttergottes aufzustellen. Die älteste gesicherte Nachricht zur Kapelle ist der Weihebrief von 1509, ausgestellt durch den Weihbischof von Konstanz. Die Kapelle wurde zu Ehren von Maria Mitleiden und Maria als Jungfrau geweiht.

Die im Jahre 1509 errichtete Kapelle wurde im Lauf der Jahre baufällig und ist für die grosse Anzahl der Pilger zu klein geworden. So wurde 1621 die gotische Kapelle teilweise abgebrochen und vier Jahre später fand die Einweihung des erneuerten und vergrösserten Baus statt. 1630 entstand neben der Kapelle das Kaplanenhaus.

In den Jahren 1742-1744 bekam die Kapelle eine neue barocke Ausstattung. 1865-1874, 1942, 1948 fanden Kapellenrenovationen statt. 1985 wurde die letzte Renovation nach denkmalpflegerischen Richtlinien durchgeführt.

Die reiche künstlerische Ausstattung der Kapelle ist den Schenkungen der Chorherren des Stifts Beromünster und den Mitgliedern der Bruderschaften „Maria Mitleiden“ und „St. Wendelin“ zu verdanken.

Frommer Kram von der «Ständligurre»
In der Vorhalle der Kapelle befand sich früher ein kleiner Laden, in dem eine «Ständligurre» frommen Kram feilbot. Weil es oft vorkam, dass «fromme Pilger» während des Gottesdienstes mit der Verkäuferin um die Preise feilschten und so das heilige Geschehen störten, liess das Stift die «Krambude» ans Weglein hinunterstellen. Wie lange sie dort gestanden hat, ist nicht bekannt.

Später konnte man im kleinen «Lädeli» im Sigristenhaus Kerzen kaufen, die man vor dem Gnadenbild brennen liess. Heute kann man die Opferkerzen wieder in der Vorhalle kaufen und auch dort in einem speziellen Kasten brennen lassen, damit die Kapelle nicht zu schnell «verräuchert» wird.

Die Orgel und ihre Geschichte

  • 1610 Anfangs des 17. Jahrhunderts gab es bereits eine Orgel in dieser Kapelle.
  • 1825 Bau einer neuen Orgel durch Valentin Rinckenbach, Tann (F).
  • 1874 Die Orgel wurde ursprünglich von Valentin Rinckenbach für das Kloster Rathausen gebaut, kam dann ins Seminar Hitzkirch und wurde von Friedrich Goll, Luzern, hierher versetzt.
  • 1946 Bau einer neuen Orgel durch Cäcilia (A. Frey) AG, Luzern, mit 13 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Beim Neubau der Orgel wurden die Hauptwindlade und das Gehäuse von Rinckenbach restauriert und übernommen. Dabei konnten die originalen Trakturverhältnisse (einarmige, hängende Traktur) ermittelt und die neue Traktur dementsprechend rekonstruiert werden.
  • 1986 Bau einer neuen Orgel durch Orgelbau Graf AG, Sursee, mit 16 Registern auf 2 Manualen und Pedal.
  • 2000Revision durch Orgelbau Graf AG, Sursee.
  • 2017Revision durch Orgelbau Graf AG, Sursee.
  • Quelle: Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein, von Peter Fasler, Hochbergerplatz 1, 4057 Basel

Informationen

Die pastorale Verantwortung für die Kapelle Gormund hat der Kaplan. Er ist für Termine, Reservationen und alle kirchlichen Angelegenheiten zuständig.

Kaplanei St. Maria Mitleiden
Gormund
6025 Neudorf
041 930 13 20

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von www.gormund.ch.